
21. November 2009 FBMA-Herbsttagung im Kamela Grand | ![]() |
Bedienen Sie Stil-Gruppen
FBMA-Herbsttagung im Kameha Grand / Brillat-Savarin-Plakette 2010 für August Oetker
BONN. Um den Wettbewerb zu gewinnen, muss man ihn verlassen und neue Geschichten erzählen“, sagt Gastro-Trainer Hans-Jürgen Hartauer. Unterdiesem Motto stand die diesjährige Herbsttagung der Food + BeverageManagement Association (FBMA) in Bonn. Die Zeiten seien härter geworden, die Margen enger, unterstrich FBMA-Präsident Udo Finkenwirth. Nicht nur die Tagungshotels hätten gelitten, auch der gastronomische Mittel-stand kämpfe mit den Widrigkeitender Zeit. „Dass es mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie nicht geklappt hat, bedauern wir sehr“, sagte Finkenwirth am Rande der FBMA-Tagung. Umso wichtiger wird es daher, mutig neue Wege zu gehen. Das probierte die Food + Beverage Management Association, die seit 30 Jahren den Erfahrungsaustausch und die Weiterbildung von F&B-Managern fördert, in diesem Jahr gleich selbst aus. Anstatt die Mitglieder wie üblich auf Trendtour zuschicken, wohnte und tagte die Vereinigung in der meistbeachteten Neueröffnung des Jahres: dem KamehaGrand Hotel. Das FBMA-Präsidiumfreute sich, dass Carsten Rath die Herausforderung nicht scheute, unter denersten Gästen womöglich gleich kritische Kollegen zu begrüßen. Sehen, was passiert „Es ist wichtig, dass die Branche untereinander sieht, was passiert“, sagt Finkenwirth. „Auch klassische Betriebebrauchen neue Konzepte, damit sie vorallem junge Gäste nicht verlieren.“ Derrasante Wandel im Gästeverhalten, dieGlobalisierung sowie kürzere Lebenszyklen gastronomischer Konzepte for-derten vom F&B-Manager der Zu-kunft dabei immer mehr Flexibilität und Managementkompetenz. Was muss der Einzelne also tun, umgegenüber der Konkurrenz zu bestehen? „Top Ambiente, Qualität, Serviceund Entertainment sind das A und O“,untersteichen Gastro-Trainer Jean Plo-ner und sein Kollege Hans-Jürgen Hartauer. Der Workshop der beiden Branchenexperten gab den 130 Tagungsteilnehmern jede Menge Denkanstöße mit auf den Weg (siehe Kasten). In Interaktion mit den FBMA-Mitgliedernklopften Hartauer und Ploner Erfolgsfaktoren wie Konzept, Marketing undWirtschaftlichkeit auf ihre Standfestigkeit ab. Ein großes Problem der Branche sei ihr fehlendes Wissen über ihre Kunden. Sich auf die vergreiste Republik à la Silver Surfer und Golden Ager einzustellen, sei eine Falle, so Hartauer. 27,6 Jahre ist die Weltbevölkerung im Durchschnitt alt. Das heißt, die Jungen führen immer mehr die Alten an. Die Alten wiederum werden immer jünger.„Im Kopf bleiben sie bei 31Jahren stehen“, sagt Hartauer. Auch das Marketing muss sich dem anpassen, sonst geht es bergab. Das habe sich an Unternehmen wie Rosenthal oder Karstadt gezeigt. Heute werden Lebensweltenverkauft: „Geliebt werden Unternehmen, die Stilgruppen statt Zielgruppen bedienen“, so Hartauer. „Nicht Geld,sondern Geist steht im Vordergrund.“ Zudem verkündete FBMA-Präsident Udo Finkenwirth den nächsten Preisträger der Brillat-Savarin-Plakette. Die Auszeichnung, die im April2010 auf der FBMA-Jahrestagung im Brenner’s Park-Hotel in Baden-Baden übergeben wird, geht an August Oetker. Der Gründer der Oetker-Gruppeist nicht nur mit Nahrungsmitteln, sondern auch mit der Oetker Hotel Collection erfolgreich. „Weltweit be-schäftigt der Oetker-Konzern 25.000 Mitarbeiter und macht 10 Mrd. EuroUmsatz im Jahr“, sagt Udo Finkenwirth. „August Oetker hat soviel fürdie Branche insgesamt getan, das wollen wir würdigen.“Brit Glocke

